Das Gelände der Vogtei (Fojtství) in Kozlovice und die Volksschule
Wenn Sie zusammen mit uns diesen historischen Bau der Vogtei in
Kozlovice besichtigen, entdecken Sie nicht nur die Welt der walachischen
Woivoden (Oberverwalter der Almhütten), die hier im Haus Nr. 1 wohnten und
amtierten. Ein Teil des Geländes ist auch das „Live Freilichtmuseum“ der
Volksschule und eine kleine Ausstellung, die dem Thema der Geschichte der
malerischen Gemeinde Kozlovice bei Frýdek-Místek gewidmet ist. Vor kurzer Zeit
wurde hier ebenfalls eine Ausstellung der sakralen Kunst aufgestellt.
Der Standort des Gebäudes im Zentrum der Gemeinde und die Tatsache, dass alle Verkehrsknoten in der Nähe erreichbar sind, prädestinieren eine bedeutsame Stellung des Gebäudes für eine lange Zeit. In den Räumen des ursprünglichen hölzernen Landhauses wurde 1785 die erste triviale Schule in Kozlovice mit drei Grundfächern – Schreiben, Rechnen und Religion – eingerichtet. Die Schule von Kozlovice wurde später in neue Räume verlagert und am bisherigen Ort eine gemauerte Vogtei gebaut, die jedoch mit der Zeit allmählich verfiel. Erst mit der Aktivität des Unternehmers Ing. Pavel Šmíra aus Ostrava erhielt dieses Bauwerk einen neuen Sinn, denn er hat sich entschlossen, diese bedeutsame historische Anlage zu schützen und dem Objekt wenigstens zum Teil das gebührende Ansehen zurückzugeben.
Der linke Trakt des Gebäudes ist vor allem der Ausstellung der alten Schule mit dem Lehrmittelraum und der Wohnung des Oberlehrers gewidmet. Es ist jedoch kein Museum im wahrsten Sinn des Wortes, sondern eher ein „lebendiges Freilichtmuseum“, das in fachkundig geführten Unterrichtsstunden anschaulich zeigen sollte, wie der Schulunterricht am Ende des 19. Jahrhunderts aussah. Das Komenský-Museum in Přerov ist Schirmherr des Projekts.
Im hinteren Trakt des Gebäudes befindet sich das Informationszentrum, in dem die Entwicklung der Schulzeugnisse, der ersten Papiergelder und anderer historischen Artefakte vorgestellt werden, einschließlich der handgeschmiedeten Truhe des Vogtes. Erwähnenswert ist auch die ausgestellte Sammlung der Literarwerke von J.A. Komenský und seinem Nachfolger Karel Amerling aus dem 18.-19. Jahrhundert sowie zeitgenössische didaktische Hilfsmittel, darunter insbesondere die Grammatik, deren Besitz dem jungen Mikoláš Aleš zugeschrieben wird. Aus ihren Seiten ist ersichtlich, dass sich bereits damals Schüler nicht immer fleißig den Darlegungen des Lehrers widmeten, sondern sich den Unterricht mit Skizzieren in ihren Lehrbüchern abwechslungsreicher machten. In diesem Fall lassen sich klassische Motive späterer Werke des Malers leicht erkennen.
Im Eingangsbereich sind in Vitrinen die thematischen Kreise der Entwicklung einzelner Lehrbücher im Laufe des 19. und des 20. Jahrhunderts installiert. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Ausstellung, die für die kleinsten Schüler bestimmt ist und in der sich die Fibel unserer führenden Illustratorin Marie Fischerová-Kvěchová befindet, sowie ihre späteren Werke, von denen man sehen kann, wie die ursprünglichen Fibelillustrationen das weitere Schaffen der Malerin beeinflussten. Der rechte Trakt beginnt mit dem Eingang in den Stall, der mit Artefakten ausgestattet sind, die sich auf das Thema der landwirtschaftlichen Weise des Lebens unserer Vorfahren bezieht. Im Zwischengeschoss des Gebäudes ist eine kleine Ausstellung untergebracht, die die Beziehung des Komponisten Leoš Janáček zu diesem walachischen Dorf, dessen Liedern und Tanztraditionen zeigt. Besondere Aufmerksamkeit verdient die kleine Statue der Madonna von Frýdek. Auch die ursprünglichen dekorativen Elemente der walachischen Trachten und die Kleingegenstände, die unsere Vorfahren durch das tägliche Leben führten, sind bewunderungswert.






