Stadtbrauerei Štramberk

Městský pivovar Štramberk Nach 150 Jahren erneuerte die Stadtbrauerei die Tradition des Bierbrauens, und dies an einem Ort, an dem das Bier bereits vor Jahrhunderten gebraut und ausgeschenkt wurde. Heute braut man hier das helle ungefilterte Lagerbier nach Pilsner Art und das dunkle ungefilterte Lagerbier nach Fleks Art unter dem Namen Trubač.

Der Bierkenner Stan Sesser, Korrespondent der amerikanischen Zeitschrift Wall Street Journal, hat auf seinem Forschungsbierpfad das hiesige dunkle Bier als ,,das beste Dunkelbier des Jahres 2006 in ganz Mitteleuropa" bewertet. Sie können hier auch eine der speziellen Biersorten probieren – das Bier mit Sauerkirsch- oder Pflaumengeschmack. Die hiesige Küche ist durch Spezialitäten gut bekannt, die nicht nur mit Bier zubereitet werden. Heiße Grieben sind eine Selbstverständlichke­it und sind nur der Anfang eines Schlemmererleb­nisses.

Bierherstellung in Štramberk

Die Geschichte Obrázek Die erste Erwähnung des Bierbrauens in Štramberk stammt vom 4. Dezember 1359, wenn das sogenannte „Meilenrecht“ der Stadt Štramberk vom mährischen Markgraf Johannes (dem Bruder des Karls IV.) erteilt wurde. In diesem Recht steht unter anderem Folgendes geschrieben: „… wer wolle in diesen Gemeinden das Bier schenken, er dürfe sich es in der genannten Stadt Štramberk so verschaffen, wie er könne…“

Das Brau- und Schenkrecht stand nur den 22 ältesten örtlichen 22 Schenkhäusern, die sich überwiegend am Stadtplatz in Štramberk befanden, zu. Die Bewohner dieser Häuser bildeten ein „Schenkbürgerorden“ und mussten ihre Satzung einhalten. Die älteste überlieferte Ordnung unter dem Namen „Wie sich derjenige verhalten soll, der als Schenkbrüder aufgenommen werden will“ kommt aus dem Jahre 1788.

Anfangs wurde das Bier gemäss sog. Ordnung stufenweise in einzelnen Schenkhäusern mit dem Brau- und Schenkrecht gebraut. Erst später wurde ein Stadtbrauerei am Stadtplatz in Štramberk errichtet, aus dem sich nur ein tiefen Brunnen mit der Unterwasserquelle erhalten hat. 1744 wurde die Brauerei wegen des erhöhten Bierverbrauchs umgebaut und 1787 wurde sie um ein Mälzereigebäude erweitert. Die höchste Herstellungska­pazität der Brauerei betrug 18 Bierfässer d.h. ungefähr 38,5 hl. In der Brauerei wurde das Bier vom Braumeister gebraut, der das Bier gemäss der Ordnung für einzelne Schenkbürger braute.

Der erste schriftlich belegte Braumeister war in den Jahren 1789–1790 František Vacín. Um zu erkennen, in welchen Häusern das Bier geschenkt wird, wurde das Haus mit einem Schankzeichen deutlich bezeichnet. Es handelte sich um große Steinzeugkrüge, die hinter das Hausfenster angebracht wurden. Das Brauereigebäude, die sich am Stadtplatz befand und die sie auf dem Bild von Štramberk aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts erhielt, wurde 1868 wegen ihres schlechten technischen Zustands abgerissen.

Die Gegenwart

Die Stadtbrauerei Štramberk befindet sich direkt am Stadtplatz in Štramberk im historischen Haus Nr. 5, das zu den ursprünglichen brauberechtigten Bürgerhäusern gehörte. In ihrem Kellergeschoss unter der Stadtplatzhöhe können Sie bisher den gegliederten Keller mit steinernen Gewölben und zwei in den Fels gemeißelte Brunnen – Haupt- und Hilfsbrunnen, von denen das Wasser für das Bierbrauen abgenommen wurde, besichtigen. Bei der Ausräumungsarbeiten und Geländegestaltung im Keller hat man unter anderem mittelalterliche Bruchstücke von Bierbechern, die als materieller Beweis der traditionellen Brautätigkeit in diesem Haus dienen, gefunden.

Das Brauereigebäude wird in mehrere Betriebe aufgeteilt, in denen ein „lebendes“ Bier, d.h. unfiltriertes Bier mit Hefen, den Gästen serviert wird. Dieses Bier ist charakteristisch mit seinen individuellen Eigenschaften, aufgrund deren sich vom Bier aus den Großbrauereien unterscheidet, wo der Biergeschmack durch Filterung, Stabilisierung und Pasteurisierung beeinflusst ist. Sie haben somit die einzigartige Möglichkeit, das Bier in der Form zu probieren, wie es die Väter Ihrer Väter zu der Zeit kannten, als gutes Bier kein Privileg sondern Standesehre war.

Nach dem Eintritt in das Brauereigebäude finden Sie im Erdgeschoss eine Stadtkneipe, ein Brauerei Restaurant samt Schenke mit den Messing-Sudkesseln. Im Keller liegt eine Steinschenke, im Obergeschoss dann eine Sport&Dance Bar Apollo Burn Club mit Großbildleinwand.

Brauerei Restaurant

Der Flaggschiff der Brauerei mit einer Kapazität von 20 Plätzen. In Räumen des Restaurants, die mit historischen Urkunden und Fotografien betreffend der Brauereithematik geschmückt sind, werden Ihnen unsere nicht nur zum Bier zubereiteten Hausspezialitäten gewiss schmecken.

Stadtkneipe

Ein kleinerer Raum mit dem Eingang auf der linken Seite dient mit seiner Kapazität von 12 Plätzen den Stammgästen sowie neu angekommenen Gästen zum Auskosten des Biers Trubač und zu einer kleinen Erfrischung. Von früh bis abends können Sie sich hier selbst bedienen und eine warme Frühstückssuppe oder ein kleineren Happen gönnen. Die Kneipe ist mit Werbungsbilder und –gegenständen von der Zeit der Ersten Republik bis zu den Nachkriegszeiten des vergangenen Jahrhunderts geschmückt.

Die Steinschenke

Sie befindet sich im Brauereikeller und ihre Kapazität beträgt 48 Plätze. Ihre Dekoration wird als ein kleines Brauereimuseum mit einem Restaurant ausgeführt. Unter dreidimensionalen Exponaten in Nischen und im Gang zwischen den Kellerräumen findet man einen funktionsfähigen Schenktisch aus den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, Geräte und Behälter, die den Braumeistern und Gastwirten in verschiedenen Zeiten zur Herstellung und Servieren des Biers dienten. Das volkstümliche Liederbuch wird hier jeden Freitag von einem Harmonikaspieler abgespielt.

WORAUS UND WIE ENTSTEHT DAS BIER

Für die Bierherstellung werden vier Grundstoffe benötigt:

  • Malz – am öftesten aus Gerste, aber es ist möglich, auch das aus Weizen zu verwenden, und zwar für die Herstellung des sog. Weißbiers
  • Wasser – die Wasserzusammen­setzung in der Region Štramberk ist aufgrund der geologischen Verhältnisse für die Bierherstellung geeignet
  • Hopfen – die besten Hopfensorten werden in der Region Žatec angebaut, es werden nur weibliche Hopfenzapfen verwendet. Der Hopfen bildet das charakteristische Bieraroma und den bitteren Geschmack
  • Bierhefen – sie ermöglichen die Umwandlung von extraktreichen Stoffen und stellen eine von entscheidenden Einflussgröße bei der Bierherstellung dar

(der bei der oberen Schenke angeordnete Sudkessel braut 2,5 hl Würze pro einen Sud)

Verfahren bei der Bierherstellung

Das Malz wird zuerst zerkleinert und mit Wasser gemischt, dann erwärmt, um die in ihm enthaltene Stärke auf die vergärbaren Kohlenhydraten umzuwandeln. Zu diesem Zweck wird eine Methode des Dekoktionsmaischens angewendet, die für die Herstellung des böhmischen Biers typisch ist. Das Maischen stellt eigentlich eine Reihe von technologischen Prozessen dar, deren Ziel darin besteht, durch optimale Temperaturen und Zeitverzögerungen die geeignete Zusammensetzung der sog. Würze zu erreichen. Die Würze wird nach der Abscheidung von festen Partikeln und nach dem Auslaugen zum Sieden gebracht, wobei Hopfen, der dem Bier sein charakteristisches Aroma und Bitterkeit liefert, dazugegeben wird (Hopfenkochen). Nach der Würzekühlung und –durchlüftung werden die Bierhefen in diese gekochte Bierbasis beigegeben, und der Hauptgärprozess beginnen kann. In dieser Herstellungsphase müssen optimale, d.h. im Bereich von 10 – 12ºC liegende Temperaturen, die für den ideale Gärprozess geeignet sind, gehalten werden. Während der Gärung werden die Kohlenhydraten in Alkohol und weitere Produkte durch den biochemischen Prozess (Fermentation) umgewandelt, wobei das Kohlendioxid (CO2) fortlaufend freigesetzt wird.. Aufgrund dieser Vergärung entsteht das Jungbier. Ungefähr nach 7 – 10 Tagen der Gärung wird das Jungbier in einen Lagerkeller umgepumpt, in dem es im Verlauf von nächsten 3 – 7 Wochen bei niedrigen Temperaturen von 0ºC ausreift und eine Kohlensäuresätti­gung erfolgt. Das Bier gärt während dieser Zeit nach und erhält seinen typischen Charakter und ausgewogenen Geschmack.

KURZE BIERGESCHICHTE Unter dem Bier kann man jedes Gärgetränk aus Getreide verstehen. Die Tradition seiner Herstellung fällt bis in die Urzeit, in das Neolithikum, wenn die Menschen zum ersten Mal mit dem absichtlichen Getreidebau für eigenen Bedarf begannen. Die ersten verifizierten Belege über die Bierherstellung sind über 5.000 Jahre alt und kommen aus Mesopotamien, aus einem Gebiet um die Flüsse Euphrat und Tigris. Die Herstellung von „Schikarum“, wie man damals das Bier nannte, war die Beschäftigung insbesondere für Frauen. Es handelte sich um ein trübes schaumiges Getränk, zu dessen Herstellung man schon damals den angebauten Hopfen verwendete, der als Zusatzmittel später für einige Tausend Jahren vergessen wurde. Beispielweise im alten Ägypten verwendete man beim Brauen des Biers (genannt zythum) verschiedene Zutaten wie z.B. Safran, Ingwer und dergleichen, wobei das beliebteste Bier ein Bier mit Zusatz vom Dattelsaft war. In Europa wurde die Beliebtheit des Biergetränks vor allem durch die sog. barbarischen Völker außerhalb des Gebiet des römischen Reiches, wo man als ein berauschendes Getränk eher Traubenprodukte bevorzugte. Die keltischen Stämme im altertümlichen Gallien hatten beispielweise einen Biergott namens Sucellus, und von ihnen kommt der bis heute anhaltende Brauch – das Bier in den Eichenfässern zu lagern (bis zu dieser Zeit wurde das Bier gleich wie Wein in Tonamphoren gelagert). Die seinerzeit erweiterte häusliche Bierherstellung gewann eine bestimmte, bis heute überlieferte Ordnung und das System der Herstellungspro­zesse erst um die Wende vom ersten Jahrtausend, und zwar durch Herstellungsver­fahren, die in Klöstern und Abteien anwendet wurden. Weil der Bierverbrauch stetig stieg, kann man ab dem 13. Jahrhundert ohne Übertreibung über eine Bierindustrie, wenn das Braurecht auch von privilegierten Städten erteilt wurde, was die sog. brauberechtigtes Häuser durchführten. Ursprünglich überwog die Herstellung des Weißbiers aus Weizen, das später durch das Bier aus Gerste ersetzt wurde.

Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte die grundsätzliche Wendung im Bierherstellun­gsprozess, wenn bei der Bierherstellung die Untergärung endgültig überwog. Bei diesem Prozess läuft die Vergärung der Würze besser ab und zugleich entsteht ein ganz neuer Typ des hellen Biers, der unter dem Namen Pilsner Lager weltweit bekannt ist und durch seinen reichen Schaum, stärkere Bitterkeit und hellere Farbe charakteristis­ch ist.

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