Štramberk
Je älter ich bin, desto öfter denke ich an die Ausflüge, die wir als
Jungs zur Šipka-Höhle gemacht hatten …
(Zdeněk Burian)
Die malerische Stadt Štramberk ist auf den Hängen der Hügel Zámecký
kopec (Schlosshügel), Bílá hora (Weißberg) und der Hügellandschaft
Libotínské vrchy im Vorland der Beskiden gelegen. In allen gemütlichen und
freundlichen Ecken der ursprünglichen Blockhäuser spürt man den Geruch von
Anis, Zimt und Sternanis von der allbekannten und gesetzlich geschützten
hiesigen Lebkuchenspezialität – den Štramberker Ohren.
Das Gebiet von Štramberk zählt über ein Hundert eingetragene unbewegliche
Denkmäler der Volksarchitektur, davon 70 ursprüngliche Holzhäuser. Die
Tatsache, dass Štramberk 1997 zur Aufnahme in die Liste der Weltdenkmäler der
UNESCO vorgeschlagen wurde, kann kaum jemanden überraschen. Für Leoš
Janáček war Štramberk „der schönste Ort der Welt“ und der Maler Bohumír
Jaroněk nannte ihn „Walachisches Bethlehem“. Am häufigsten wird jedoch
Štramberk mit dem Beinamen „Mährisches Bethlehem“ erwähnt.
Durch seine Lage, die Naturerscheinungen und die Anordnung ursprünglicher
Holzhäuser erinnert das Städtchen tatsächlich an das biblische Bethlehem. Die
Höhle Šipka auf dem sagenhaften Hügel Kotouč, im Nationalpark, fordert dann
zu einer Vorstellung der Krippe mit der Heiligen Familie auf. Zdeněk Burian,
der weltweit bekannte Illustrator und Maler von Allem abenteuerlichen, wurde
zwar in Kopřivnice geboren, kam jedoch zur Štramberker Höhle, um sich dort
für seine Zeichnungen aus der Uralterwelt inspirieren zu lassen. Er besuchte
Orte, die Zeugnis vom Leben der Neandertaler ablegten, und dies dank der
archäologischen Entdeckung des sog. „Kiefers von Šipka“. Mehr über das
Leben und das Werk von Zdeněk Burian können Sie in hiesigem Museum erfahren,
das seinen Namen trägt. Bevor Sie sich dorthin begeben, sollten Sie auf jeden
Fall durch die Galerie der Persönlichkeiten gehen, die sich im Freien auf dem
Gelände des Nationalparks befindet. Unter dem Turm Trúba, von dem die Stadt
Štramberk dominiert wird, können Sie nicht nur einige Stunden, sondern mehrere
Tage verweilen und Sie werden immer das Gefühl haben, etwas neues zu entdecken.
Die neu renovierten Bürger- und Stadthäuser auf dem abhängigen Stadtplatz
sind Quellen der tatsächlichen Erholung. Hier finden Sie nämlich alles, was
Sie dazu brauchen – von der stilgerechten Unterkunft, gutem Essen und
hausgebrautem Hefebier, bis zum Einblick in die lebendige Geschichte in Form von
mit Geschmack aufgebauten und renovierten Betriebsstätten der Galerien und
Museen. Sie finden hier auch einen kleinen Tiergarten für die kleinsten
Besucher. Für ermüdete, durstige und hungrige Wanderer ist die Stadtbrauerei
auf dem Stadtplatz von Štramberk der am besten geeignete Ort. Auf die Wanderer,
die einen weiteren Aufstieg schaffen (d.h. 406 Treppen bis zum Gipfel des
Schlosshügels und die anschließenden 40 m zum Aussichtsturm Trúba) wartet
eine wunderschöne Aussicht auf die Orte Příbor, Kopřivnice, Starý Jičín
und den Berg Radhošť (Radegast).
Von Trúba aus können Sie durch die winkelige „Goldene Gasse“, also die
Jaroněk Gasse gehen, die ein Lehrbeispiel für immer noch bewohnte und mit
Liebe gepflegte Blockhäuser in der Vorburg darstellt. Es kann sein, dass Sie
sich hier von der wunderschönen Aussicht auf den Radhošť von der Pension
U Holubů aus verführen lassen. Bei gutem Wetter können Sie hier in der
Saison auch Spezialitäten vom Lavengrill verkosten. Schließlich trinken Sie
jedoch vielleicht nur eine kleine Tasse ausgezeichneten Kaffees im stilgerechten
Ambiente des steinernen Bauernhauses von Jaroněk. Sie erkennen bald, genauso
wie die Mitglieder des Tempelordens, dass Štramberk sehr günstig gelegen ist.
Das hiesige Gebiet, das als Mährisches Tor bezeichnet wird, und sich an der
Grenze von den südlichen mährischen Talsenken zu den schlesischen Ebenen
befindet, war für sie der beste Ort für den Aufbau der ursprünglichen Burg
namens Strallenberg. Auch wenn es eher um eine grundlose Vermutung geht, ändert
dies nichts an der Tatsache, dass für Sie der Weg von Štramberk nicht nur nach
Kopřivnice, sondern auch nach Příbor, zum Geburtsort von Sigmund Freud, und
nach Frenštát p.Radhoštěm zu den Sprungschanzen strategisch nicht zu viel
entfernt ist. .